Hagiographien verhindern Diskussion
von Arno Tausch
ÖVP-Bauerbund-Österreich Präsident und ÖVP Abgeordnete Grillitsch, Organisator von Forum Land: „Ich bin kein Provokateur. Ich will eine offene Diskussion. Das Thema betrifft auch die Landwirtschaft, schließlich braucht man Erntehelfer und Saisonniers.“
Viele, vielen Dank, ÖVP-Bauernbund!
Kurze Frage: „Ist Thilo Sarazzin ein toller Aufklärer oder ein geldgieriger, rassistischer Demagoge und Verleumder?“
"Unser Hund Fabia und Sarrazin"
Der ÖVP-Bauernbund hat den deutschen Aufreger-Autor Thilo Sarrazin zu einem Gastvortrag nach Graz für den 29. September 2011 eingeladen. Eine kleine Gruppe von Demonstranten sprach sich im Vorfeld gegen den Auftritt aus. Die Vertreter der Jungen Grünen und der Sozialistischen Linkspartei (SLP) werfen dem deutschen Autor Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vor und verurteilen die Veranstaltung; sie werden am Dienstag (28. Sept. 2011) unter dem Motto „Rassismus ist kein Beitrag fürs Zusammenleben“ vor der Zentrale des Bauernbundes protestieren. Auch hochrangige Bauernbund-Funktionäre sind verärgert. Sie fürchten um den Ruf des Bauernbundes und wollen lieber über Agrarpolitik reden, nicht über die Migrations-Thesen. ÖVP-Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch, Organisator der umstrittenen Veranstaltung, versteht die Aufregung nicht. Er wolle mit dem Forum Land wichtige Zukunfts-Themen aufgreifen. Dass Sarrazin provoziert, sei ihm bewusst, aber: „Ich bin kein Provokateur. Ich will eine offene Diskussion.“ Zur internen Kritik meint der Bauernbund-Chef: „Das Thema betrifft auch die Landwirtschaft, schließlich braucht man Erntehelfer und Saisonniers.“ Die Zeitschrift „Profil“ hat den ehemaligen SPD-Politiker und Ex-Banker der Deutschen Bundesbank Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ zum „Menschen des Jahres 2010“ gewählt und in ihrer ersten Ausgabe im Jänner 2011 mit einer Titelblattstory belohnt. Thilo Sarazzin hat im Profil-Interview für eine eugenische Demographie, also eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik, argumentiert und mit folgenden rassistischen Sätzen betreffend Türken aufhorchen lassen: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind.“ Niemand in Österreich hat sich bis jetzt gegen diese Aussagen gewehrt und Einspruch erhoben. Wo sind die türkischen Politiker, wo sind die Gutmenschen in Österreich? Wie kann man solche Sätze im Raum stehen lassen? Unsere Hundedame Fabia: „Wenn man mein Herrchen mit einem Pferd vergleicht und mich mit einem Menschen, dann wird es Sarrazin doch sicher nicht stören, wenn ich ihn mit einem Schwein vergleiche.“ Fabia hat mich davon überzeugt, diesen Artikel zu schreiben, weil wir uns beleidigt fühlen; wie kann man nur Tiere und Menschen in denselben Topf werfen? Wenn es auch nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein ist, so möchte ich dennoch einen Beitrag zur Meinungsvielfalt, sprich „offenen Diskussion“, leisten.
Deswegen haben wir einen Artikel mit dem Titel "Unser Hund Fabia und Sarrazin" für alle Interessierten zum Download vorbereitet.
http://www.dereinspruch.at/fileadmin/Einspruch/Einspruch_16_SARRAZIN.pdf